09/°02
Archäologisches Zentrum Mainz
>Schnitte / sections

 

 

 

 

Das Grundstück liegt am südlichen Ende der Altstadt von Mainz, und ist mit dieser über die Achse der Neutorgasse verbunden. Durch die Lage zwischen der Rheinstraße und der erhöhten Eisenbahntrasse (mit dem anschließendem Stadtpark) ist das Grundstück prominent positioniert. Allerdings wird das Gelände als Teil der Peripherie wahrgenommen und ist starken Lärmemissionen ausgesetzt.
Die städtebauliche Aufgabe besteht darin, an dieser Stelle einen neuen, attraktiven Stadteingang auszubilden.

Ziel ist es einen Ort zu generieren, der die benachbarten Bereiche — Altstadt, Park, Hafenviertel — vernetzt und sich zusammen mit dem benachbarten Schifffahrtsmuseum als aktiver Standort für Besucher und Stadtflaneure positioniert.

Dem Grundstück wird ein topographisch ausgebildeter Sockel — das Neutorplateau — hinzugefügt. Das Plateau stellt einen fließenden Übergang zwischen Parklandschaft und Stadtgefüge her und spannt eine Blickachse zwischen Archäologischem Zentrum, Altstadt und Dom auf.

Der Wissenschaftsbereich ist als zweistöckiges Atriumgebäude konzipiert, das aus dem Sockel des Neutorplateaus aufragt. Die Atriumtypologie sorgt einerseits für optimale Belichtung und andererseits für Abschirmung gegen Lärmemissionen.

Der Museumskörper ist das zeichenhafte Element des urbanen Ensembles, der Blickfänger und Schallschlucker. Die Museumsflächen werden als split-levels übereinander angeordnet und sind über einen durchgehenden, von oben belichteten Erschließungsraum verbunden, der den Vorübergehenden Einblick in die Ausstellungsbereiche gewährt.

Durch die Stützenfreiheit der Ausstellungsflächen ist eine hohe Flexibilität für unterschiedliche Ausstellungskonzeptionen berücksichtigt. Die innere Gebäudefigur wird von einer raumbildenden, bereichsweise für Tageslicht durchlässigen Haut umhüllt und wird so zu einer prägnanten, wechselhaften Gestalt. Die Hülle bildet einen Übergangs- und Mittlerraum zwischen Außen und Innen und wirkt abschirmend bzw. schallschluckend auf den Lärm im Außenbereich. Dieser Zwischenraum kann in bestimmten Bereichen — die Einblicke in die Ausstellung bzw. Ausblicke auf die Stadt freigeben — betreten werden. Der Blick auf das heutige Stadtbild fügt sich als weitere chronologisch--thematische Station in den Museumsrundgang durch Vorzeit, Römerzeit und frühes Mittelalter.

Archaeological Center Mainz


At the southern end of Mainz' historical center, between the main northbound thoroughfare and the train tracks, the site for the new AZM (Archaeological Center Mainz) is prominent but also exposed to heavy noise pollution.

A landscaped plateau placed on the site elevates the newly created public spaces above the traffic, connecting them visually and physically to the Old Town, the park and the Rhine harbor. The distinct volume of the new Museum Building is perched on top of the plateau as the visual center of attention and — by the functioning of its façade — as an acoustic sound-absorber. By contrast the Scientific Services Building is designed as a block growing from the base of the plateau and organized around a central courtyard.

The museum's split-level exhibition spaces are arranged around a vertical atrium that physically and visually links display and circulation spaces. The building's structure is wrapped in a double-layer façade with the interstitial space between layers intermittently used as viewing platform out into the city — the views of the city's monuments complement the chronological display of prehistorical, Roman and early Middle Age artifacts within the museum.



Adresse / address: Mainz, Rheinland-Pfalz, Deutschland / Germany
Auftraggeber / client:
Land Rheinland-Pfalz / Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz
Architekt / architect: the next ENTERprise – e.j.fuchs | mth.harnoncourt
Wettbewerb /competition: Phase 1: 22.09.2009, Phase 2: 22.12.2009,
1. Preis / 1st prize
Mitarbeiter / team: Petra de Colle, Daniel Grünkranz, Stefan Förg, Christian Labud, Lukas Lederer, Laura Ros Martinez, Raphael Stein, Paul Vabitsch
Tragwerksplanung / structural engineering: Dr. Ing. Josef Taferner / Ingenieurteam Bergmeister, Vahrn - Varna, I
Landschaftsplanung / landscaping:
Dipl.-Ing. Thomas Proksch / Land in Sicht, Wien, A
Akustik / acoustics: Prof. Karlheinz Müller / BBM, Planegg b. München, D
Lichtplanung / lighting concept:
Mag. Christian Ploderer / Designbüro Christian Ploderer, Wien, A
Haustechnik / HVAC: Ing. Werner Brunner / BPS Engineering, Wien, A
Fotografen / photographers: © Lukas Schaller – Modell

 

 

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