Das Grundstück liegt am südlichen Ende der Altstadt
von Mainz, und ist mit dieser über die Achse der Neutorgasse verbunden. Durch
die Lage zwischen der Rheinstraße und der erhöhten Eisenbahntrasse (mit dem
anschließendem Stadtpark) ist das Grundstück prominent positioniert. Allerdings
wird das Gelände als Teil der Peripherie wahrgenommen und ist starken Lärmemissionen
ausgesetzt.
Die städtebauliche Aufgabe besteht darin, an dieser Stelle einen neuen, attraktiven
Stadteingang auszubilden.
Ziel ist es einen Ort zu generieren, der die benachbarten Bereiche
Altstadt, Park, Hafenviertel vernetzt und sich zusammen mit dem benachbarten
Schifffahrtsmuseum als aktiver Standort für Besucher und Stadtflaneure positioniert.
Dem Grundstück wird ein topographisch ausgebildeter Sockel das Neutorplateau
hinzugefügt. Das Plateau stellt einen fließenden Übergang zwischen
Parklandschaft und Stadtgefüge her und spannt eine Blickachse zwischen Archäologischem
Zentrum, Altstadt und Dom auf.
Der Wissenschaftsbereich ist als zweistöckiges Atriumgebäude konzipiert, das
aus dem Sockel des Neutorplateaus aufragt. Die Atriumtypologie sorgt einerseits
für optimale Belichtung und andererseits für Abschirmung gegen Lärmemissionen.
Der Museumskörper ist das zeichenhafte Element des urbanen Ensembles, der
Blickfänger und Schallschlucker. Die Museumsflächen werden als split-levels
übereinander angeordnet und sind über einen durchgehenden, von oben belichteten
Erschließungsraum verbunden, der den Vorübergehenden Einblick in die Ausstellungsbereiche
gewährt.
Durch die Stützenfreiheit der Ausstellungsflächen ist eine hohe Flexibilität
für unterschiedliche Ausstellungskonzeptionen berücksichtigt. Die innere Gebäudefigur
wird von einer raumbildenden, bereichsweise für Tageslicht durchlässigen Haut
umhüllt und wird so zu einer prägnanten, wechselhaften Gestalt. Die Hülle
bildet einen Übergangs- und Mittlerraum zwischen Außen und Innen und wirkt
abschirmend bzw. schallschluckend auf den Lärm im Außenbereich. Dieser Zwischenraum
kann in bestimmten Bereichen die Einblicke in die Ausstellung bzw.
Ausblicke auf die Stadt freigeben betreten werden. Der Blick auf das
heutige Stadtbild fügt sich als weitere chronologisch--thematische Station
in den Museumsrundgang durch Vorzeit, Römerzeit und frühes Mittelalter.
Archaeological Center Mainz
At the southern end of Mainz' historical center,
between the main northbound thoroughfare and the train tracks, the site for
the new AZM (Archaeological Center Mainz) is prominent but also exposed to
heavy noise pollution.
A landscaped plateau placed on the site elevates the newly created public
spaces above the traffic, connecting them visually and physically to the Old
Town, the park and the Rhine harbor. The distinct volume of the new Museum
Building is perched on top of the plateau as the visual center of attention
and by the functioning of its façade as an acoustic sound-absorber.
By contrast the Scientific Services Building is designed as a block growing
from the base of the plateau and organized around a central courtyard.
The museum's split-level exhibition spaces are arranged around a vertical
atrium that physically and visually links display and circulation spaces.
The building's structure is wrapped in a double-layer façade with the interstitial
space between layers intermittently used as viewing platform out into the
city the views of the city's monuments complement the chronological
display of prehistorical, Roman and early Middle Age artifacts within the
museum.
Adresse / address: Mainz, Rheinland-Pfalz, Deutschland
/ Germany
Auftraggeber / client:
Land Rheinland-Pfalz / Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz
Architekt / architect: the next ENTERprise e.j.fuchs | mth.harnoncourt
Wettbewerb /competition: Phase 1: 22.09.2009, Phase 2: 22.12.2009,
1. Preis / 1st prize
Mitarbeiter / team: Petra de Colle, Daniel Grünkranz, Stefan Förg,
Christian Labud, Lukas Lederer, Laura Ros Martinez, Raphael Stein, Paul Vabitsch
Tragwerksplanung / structural engineering: Dr. Ing. Josef Taferner
/ Ingenieurteam Bergmeister, Vahrn - Varna, I
Landschaftsplanung / landscaping:
Dipl.-Ing. Thomas Proksch / Land in Sicht, Wien, A
Akustik / acoustics: Prof. Karlheinz Müller / BBM, Planegg b. München,
D
Lichtplanung / lighting concept:
Mag. Christian Ploderer / Designbüro Christian
Ploderer, Wien, A
Haustechnik / HVAC: Ing. Werner Brunner / BPS Engineering, Wien, A
Fotografen / photographers: © Lukas Schaller Modell